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Georges Perec, un diable d’homme
Vous avez lu quelque part que la lettre la plus fréquemment utilisée de la langue française était la voyelle « e ». Cela, bien sûr, vous a semblé injuste, et même intolérable, et vous avez décidé d’agir.
Vous avez donc pris un dictionnaire de la langue française et vous avez recueilli tous les mots « sans e ». Vous vous en êtes servi pour raconter une histoire que vous avez appelée, évidamment, La Disparition.
Néanmoins, vous n’étiez pas entièrement satisfait. Il vous semblait que vous n’aviez fait que la moitié du chemin. Vous avez donc récidivé, en prenant, cette fois-ci, les mots ne comportant que la voyelle « e », c’est-à-dire les mots « sans a », « sans i », « sans o » et « sans u » (« y » est une semi-voyelle et mérite un traitement particulier). Vous vous en êtes servi pour raconter une histoire qu’à titre vous avez intitulée Les Revenentes.
Vous serez peut-être surpris de constater que vos deux ouvrages se ressemblent par de nombreux traits bien qu’ils n’aient aucun mot en commun.
(Le texte de rabat des « Revenentes ».)
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écriture automatique (1)
hass vermummt den schärfsten gegner, in der tat wird gemunkelt, dass man einige zeit benötigt, um den richtigen zu finden. aber den wichtigen? und den richtigen? rrrrrichtigen wichtigwichtig. was soll man noch sagen zum peitschen der knalle, zum wummen des rasens, der unter meinen füßen wippt. entscheidend bei allen überlegungen, die über mich hinaus gehen, die also irgendetwas textliches in sich bergen, dass solche begriffe wie „verantwortung“ nicht romantisiert werden. ich wehre mich gegen die romantik und die romantische verklärung alter ideale, die sich wie ein krebsgeschwür in den kanon der intellektuellen ansichten geschlichen hat und vor sich hin wabert. ich wehre mich gegen diesen alten vergifteten geist, der so unreflektiert macht, so un-re-flek-tiert. man kann sich das nicht vorstellen. man kann sich das nicht vorstellen. man darf sich das nicht vorstellen. ich kämpfe und es ist wie ein schwert im sumpf, das nichts zerschneidet. über mich hinaus geht gewiss niemand über ein drahtseil, aber es ist da, das drahtseil, deswegen wird jeder akt zum drahtseilakt und man muss es doch wenigstens versuchen, über sich hinaus zu steigen. man muss doch wenigstens wissen, dass es da einen kleinen pfad gibt, der aus den tiefen des eigenen tellers an den rand führt, wenigstens theoretisch, man hat ja mal davon gehört, dass einige diesen fanden und dann runterstürzten und zersprangen, wie ein teller. schund schreibt der, der nicht erkennt, das alle kunst käse ist. das geschwür der unvorhergesehenen voranstellung von gesichtern innerhalb der leseerfahrung löst das gefühl von robotik und nicht von romantik aus. passen wir unsere texte doch endlich einmal unserer welt an, die form der welt an. streifen wir den muffigen strumpf ab und essen ihn auf, der schon vor langer zeit als muffig entlarvt wurde. dann zog man sich den strumpf aber wieder an, weil er ja doch ganz hübsch war. nieder nieder nieder nieder nieder. ich wäre gerne schreibsüchtig oder wenigstens produktiv, aber mein kopf raucht nur und da verbrennen sie wohl alles drin, heraus kommt nur ein bisschen rülpse, aschig fahl mit farben. ich kann das geschwür nicht herausschneiden, aber jeden tag pulsiert es in meinen ohren. der teufel trägt dilettantismus und spricht mit empörter akademischer stimme: wieviel muss ich denn noch lesen? beliebigkeit ist der schwarzheit letzter schluss und gold darf auch nicht fehlen. wenn es doch wenigstens um den prozess ginge. aber selbst das lässt sich nicht verkaufen. es geht nicht um den prozess, weil es um nichts geht. es geht um nichts und es geht einfach um nichts, es geht einfach um nichts. sie sind nicht reflektiert und wollen trotzdem textlich sein.
unter der großen brücke der menschheit liegt ein hund, der sich am kreis leckt. vorne steht ein mann und schaut herüber: kann er sich etwa doch noch davon lösen? es ist nicht ganz verständlich, was er an der brücke wollte, aber er trug einen schirm und hinter ihm einen schrank. augen beobachten die szenerie und verstellen einige male die regler und alles wird ganz farbentsättigt. worunter liegst du, kleiner hund? es ist eine pappe aus pappe und papier und pappe und papier und papier und pappe pappe. ich möchte nicht du sein und der boden kratzt hinter mir an der brücke. der mann denkt und denkt, vielleicht fällt ihm ja ein, was er noch sagen könnte, aber alles, was er sagen könnte, wäre: wanst. unter der richtigen prämisse der vorstellungen von hintergründen, ist es nicht wirklich verwunderlich, dass einige phrasen aneinandergereiht werden, während man den vorherigen sinn verliert und damit auch die fäden. maschen aufnehmen ist damit nicht möglich, wenn die permanente bewegung aufgenommen werden soll und somit wird das schreiben wieder zu etwas konkretem und direktem und zu etwas unwiederholbaren. da ist er ja: der prozess. er kann nicht thematisiert werden obwohl er zwingend das thema ist. und in einem essay schrieb der mann: der baum ist auch nur eine andere art und weise den nachbarn zu verlassen. natürlich, natürlich, denkt man da. aber der bass wummert und der takt versteckt sich hinter einer straßenlaterne und nicht hinter einem baum. vielleicht sind es auch einfach nur die kopfhörer oder die müdigkeit, irgendwas beeinflusst einen doch immer, nie ist es das schreiben an sich. das schreiben, das schreiben, das schreiben und das schreiben denn das schreiben ist nichts, es ist immer etwas anderes, es ist ein spiegel und dann wird es zu dem, was ihm vorgesetzt wird. ein spiegel ohne spiegelbild ist nur ein glas und nichts als eine fläche.
(hier die erklärung, um was es sich bei der »écriture automatique« für ein verfahren handelt.)
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alles oder alles
oft zweifle ich. soweit meine erinnerungen einigermaßen kontinuierlich zurückreichen (ca. bis zu meinem 15. lebensjahr), wollte ich schreiben, so etwas wie ein schriftsteller werden. auf jeden fall: jemand, der die meiste zeit mit schreiben verbringt. mittlerweile mache ich auf einer gewissen ebene das gegenteil: ich lese. sicherlich ist lesen ein für das schreiben unfassbar wichtiger prozess, dennoch kann das nicht über die tatsache hinwegtäuschen, dass es eines nicht ist: schreiben. ich studiere literaturwissenschaft (hauptsächlich) und befasse mich jeden tag mit texten und ich liebe das auch, aber auch das ist nicht: schreiben. es erweitert meinen horizont und es verändert mit jedem tag meine sicht auf die literatur, auf texte und die autorschaft, auf das, was literatur kann, was sie nicht kann, was sie bewirken kann und wie sie funktioniert, aber: ich schreibe nicht.
oft zweifle ich, dass ich nicht genug mut habe: den mut alles aufzugeben, alles abzubrechen, auszuwandern, wegzulaufen, nach paris, tokyo, new york, london oder auch einfach nur das schnöde berlin. bonn erleichtert mir als passende umgebung, als helfender kontext recht wenig. ich kann aber nicht abschätzen inwieweit die flucht des einsamen autors nur eine romantische vorstellung vom schriftstellertum ist. das spricht von einer großen risikobereitschaft, einhergehend mit einer gewissen leidenschaft. aber soll es das sein? leidenschaft für texte, für das schreiben — bedeutet das nicht die nötige distanz zu verlieren? worte sind glühende messer, die dir das herz rausschneiden und denen man daher eiskalt begegnen sollte, damit man sie entwaffnen kann und zum eigenen werkzeug machen kann.
oft zweifle ich und manchmal bekomme ich keine luft mehr deswegen. wenn ich angst bekomme, dass ich eine grenze übertreten habe und deshalb immer nur auf der seite des lesenden stehen werde; meine mich festigende vorstellung nicht mit meinen taten übereinstimmt. dann zerreißt es mich innerlich, es zerschmettert aber nicht den damm aus möglicher faulheit, der die worte zurückhält und das lässt zwei mögliche schlüsse zu: es sind entweder gar keine sich stauenden worte in mir oder ich muss den damm mit bloßen händen abtragen. ich fürchte ersteres und befürchte zweiteres, wenngleich das bedeutet: was mir dabei in sätzen von der stirn tropft, wird das bassin schon füllen und zum fluss werden, wenn das loch durchstoßen ist.
oft zweifle ich und genau dann schreibe ich nicht. es wäre der einzige weg, ein weg, der mich abstößt. ich treibe durch das gestrüpp neben ihm und verfange mich in albernen metaphern: als ob es nicht auch anders ginge. deshalb gibt es ab jetzt den »writing monday«, an dem ich jede woche hier hoffentlich feierlich kundtun kann: ja, ich habe geschrieben. letztendlich sieht es doch so aus: die wahl »alles oder nichts« stellt sich mir nicht, darf sich mir nicht stellen, sondern: alles oder alles. ob in paris, allein, in einer dachkammer, camille heißend oder hier, neben dem studium, ohne viel zeit und dafür mit viel faulheit. das alles kann auch alles sein, also auch das: schreiben.
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la disparition (2)
je suis prêt. tout ce qui était disparu n'était pas une lettre ou un son, c’était les alentours vraiment animants. et tout ce qui reste maintenaint : un sentiment d’être malvenu. sans doute, cette ville est une ville très belle et vivable mais j’ai mes vœux et visions exagérées qui me pousseraient normalement. mais je suis encore ici dans cette idylle des châteaux, donc c’est un cas très spéciale dont le motif est inhabituel. je serais allé mais après tu es venu et as reconstitué ces alentours. aujourd’hui le lieu n’est pas tellement important, même si je sens parfois le dépaysement qui m’appelle. aujourd’hui toutes les lettres et tous les sons sont calibrés.
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blaupausen
ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich begonnen habe an »a.p.« zu arbeiten. es war eine idee, eine gute idee und weil meine texte bisher schnisplig-fragmentarisch vorlagen und ich mich an einem großen ganzen versuchen wollte (und wohl noch immer auch muss), beschloss ich sie auszuarbeiten, koste es, was es wolle. das ist nun bald zwei jahre her. die handlung und die konstruktion steht soweit fest, wie sie mich beim schreiben nicht zu sehr unter druck setzt und es noch platz für spontan beschlossene entwicklungen gibt, ohne mein gesamtes konzept umzuwerfen. geblieben ist davon nicht viel: ich dümple bei kapitel 4 herum und da ich einen zweiten erzählstrang eingefügt habe, um das projekt zu beleben, wird der fortgang noch ein wenig dauern. der plan war eigentlich »a.p.« 2010 zu beenden; ich habe mir keine neue deadline gesetzt.
das hauptproblem des stillstandes ist sicher der mangel an zeit, weiterhin am alleinsein, das unbedingt notwendig ist, wenn ich schreiben will. andererseits ist es aber auch ein problem der sprache und des zustandes: ich habe das gefühl ich hätte eine grenze überschritten, die mir die fertigstellung oder allein schon das weiterschreiben verbaut, da ich mich mittlerweile in einer ganz anderen situation und in einem ganz anderem zustand befinde und daher auch eine ganz andere sprache verwende. und diese ist nicht das richtige werkzeug für »a.p.«, so als würde man mit einem hammer auf schrauben schlagen.
selbstverständlich ist das nur eine unausgegorene theorie, denn schreiben muss auch situationsunabhängig möglich sein, genauso das finden einer anderen sprache oder die anpassung an eine solche. deshalb bin ich mir eigentlich sicher, dass der dritte faktor die mangelnde disziplin ist. letztendlich ist schreiben für mich nämlich arbeit, anstrengende arbeit, ich muss um jedes wort kämpfen, es niederringen und mich selbst diesem zwang zu schreiben aussetzen, vor dem ich eigentlich so gerne weglaufen würde. und das immer wieder, immer wieder vor den text und ihn umpflügen, bis er mich besiegt – denn der text muss der sieger sein, nicht der leser.
die maßnahme wird eine oder mehrere fixierte wöchentliche zeiten zum schreiben sein, die nicht anders genutzt werden dürfen. vielleicht schaffe ich es dann auch mal an den stücken weiterzuarbeiten: theaterstück 1 kam über exposé und szene 1 nie hinaus, theaterstück 2 entstand in der letzten woche und ist bisher nur idee geblieben.
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