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écriture automatique (1)

hass vermummt den schärfsten gegner, in der tat wird gemunkelt, dass man einige zeit benötigt, um den richtigen zu finden. aber den wichtigen? und den richtigen? rrrrrichtigen wichtigwichtig. was soll man noch sagen zum peitschen der knalle, zum wummen des rasens, der unter meinen füßen wippt. entscheidend bei allen überlegungen, die über mich hinaus gehen, die also irgendetwas textliches in sich bergen, dass solche begriffe wie „verantwortung“ nicht romantisiert werden. ich wehre mich gegen die romantik und die romantische verklärung alter ideale, die sich wie ein krebsgeschwür in den kanon der intellektuellen ansichten geschlichen hat und vor sich hin wabert. ich wehre mich gegen diesen alten vergifteten geist, der so unreflektiert macht, so un-re-flek-tiert. man kann sich das nicht vorstellen. man kann sich das nicht vorstellen. man darf sich das nicht vorstellen. ich kämpfe und es ist wie ein schwert im sumpf, das nichts zerschneidet. über mich hinaus geht gewiss niemand über ein drahtseil, aber es ist da, das drahtseil, deswegen wird jeder akt zum drahtseilakt und man muss es doch wenigstens versuchen, über sich hinaus zu steigen. man muss doch wenigstens wissen, dass es da einen kleinen pfad gibt, der aus den tiefen des eigenen tellers an den rand führt, wenigstens theoretisch, man hat ja mal davon gehört, dass einige diesen fanden und dann runterstürzten und zersprangen, wie ein teller. schund schreibt der, der nicht erkennt, das alle kunst käse ist. das geschwür der unvorhergesehenen voranstellung von gesichtern innerhalb der leseerfahrung löst das gefühl von robotik und nicht von romantik aus. passen wir unsere texte doch endlich einmal unserer welt an, die form der welt an. streifen wir den muffigen strumpf ab und essen ihn auf, der schon vor langer zeit als muffig entlarvt wurde. dann zog man sich den strumpf aber wieder an, weil er ja doch ganz hübsch war. nieder nieder nieder nieder nieder. ich wäre gerne schreibsüchtig oder wenigstens produktiv, aber mein kopf raucht nur und da verbrennen sie wohl alles drin, heraus kommt nur ein bisschen rülpse, aschig fahl mit farben. ich kann das geschwür nicht herausschneiden, aber jeden tag pulsiert es in meinen ohren. der teufel trägt dilettantismus und spricht mit empörter akademischer stimme: wieviel muss ich denn noch lesen? beliebigkeit ist der schwarzheit letzter schluss und gold darf auch nicht fehlen. wenn es doch wenigstens um den prozess ginge. aber selbst das lässt sich nicht verkaufen. es geht nicht um den prozess, weil es um nichts geht. es geht um nichts und es geht einfach um nichts, es geht einfach um nichts. sie sind nicht reflektiert und wollen trotzdem textlich sein.

unter der großen brücke der menschheit liegt ein hund, der sich am kreis leckt. vorne steht ein mann und schaut herüber: kann er sich etwa doch noch davon lösen? es ist nicht ganz verständlich, was er an der brücke wollte, aber er trug einen schirm und hinter ihm einen schrank. augen beobachten die szenerie und verstellen einige male die regler und alles wird ganz farbentsättigt. worunter liegst du, kleiner hund? es ist eine pappe aus pappe und papier und pappe und papier und papier und pappe pappe. ich möchte nicht du sein und der boden kratzt hinter mir an der brücke. der mann denkt und denkt, vielleicht fällt ihm ja ein, was er noch sagen könnte, aber alles, was er sagen könnte, wäre: wanst. unter der richtigen prämisse der vorstellungen von hintergründen, ist es nicht wirklich verwunderlich, dass einige phrasen aneinandergereiht werden, während man den vorherigen sinn verliert und damit auch die fäden. maschen aufnehmen ist damit nicht möglich, wenn die permanente bewegung aufgenommen werden soll und somit wird das schreiben wieder zu etwas konkretem und direktem und zu etwas unwiederholbaren. da ist er ja: der prozess. er kann nicht thematisiert werden obwohl er zwingend das thema ist. und in einem essay schrieb der mann: der baum ist auch nur eine andere art und weise den nachbarn zu verlassen. natürlich, natürlich, denkt man da. aber der bass wummert und der takt versteckt sich hinter einer straßenlaterne und nicht hinter einem baum. vielleicht sind es auch einfach nur die kopfhörer oder die müdigkeit, irgendwas beeinflusst einen doch immer, nie ist es das schreiben an sich. das schreiben, das schreiben, das schreiben und das schreiben denn das schreiben ist nichts, es ist immer etwas anderes, es ist ein spiegel und dann wird es zu dem, was ihm vorgesetzt wird. ein spiegel ohne spiegelbild ist nur ein glas und nichts als eine fläche.

(hier die erklärung, um was es sich bei der »écriture automatique« für ein verfahren handelt.)
24.4.11 15:32
 


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(30.4.12 21:21)
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